Unterschiedliche Schwestern am Weltfrauentag

Unterschiedliche Schwestern am Weltfrauentag

Grafik: Danielundso/wikipedia

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Türkische Migrationsministerium mit Grußbotschaft an alle Flüchtlingsfrauen.

Wer meint, am internationalen Frauentag würden sich die europäischen Frauen gegen Gewalt und Krieg aussprechen, der irrt gewaltig. Für die Schwestern an der griechisch-türkischen Grenze haben sie für die erduldete Repression der Flüchtlingsfrauen keinen Funken Solidarität übrig.

Im Gegenteil, die SPD, Grünen und die Linken stecken aufgrund der neuen Krise, die sich vor den Toren Europas abspielt, in der Bredouille. Nur wenige Tage vor dem Weltfrauentag warnte die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht vor einer wohlfeilen Forderung nach offenen Grenzen und SPD-Vorsitzender Walter-Borjans ist sich mit SPD-Chefin Saskia Esken nur darüber einig, 1.000 unbegleitete Minderjährige aufnehmen zu wollen. Die Grünen sind sich selbst nicht einig, es ist ein Nord/Süd-Gefälle zu erkennen. Sozialistische Solidarität sieht aber anders aus.

Anders hat sich auch die neue EU-Chefin Ursula von der Leyen die Geschlechtergleichstellung vorgestellt, die ja nach wie vor ganz oben auf ihre Agenda steht. Wer konnte auch erahnen, dass Flüchtlingsfrauen mit Flüchtlingsmännern Seite an Seite die europäischen Grenzzäune niederzureißen versuchen. Jetzt werden sie gleichgestellt vermöbelt und traktiert an der Grenze festgehalten.

Wenn die Europäische Union so weitermacht, muss sie die Jahrestage so mancher Wertefeiern der europäischen Zivilisation flexibel anpassen können, damit diese nicht erst auf solche Krisen zusammentreffen und einen Schatten darauf werfen.

Wo die Europäische Union aber unweigerlich anzutreffen sein wird, wenn sie so weitermacht: vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Dann kann sie sich auf einer Stufe mit Joseph Kony, Germain Katanga oder Slobodan Milosevic messen lassen. 

Wo ist denn eigentlich noch da der Unterschied von Ursula von der Leyen, der Linken, der Grünen und der SPD zu Viktor Orban, Marine Le Pen, Matteo Salvini oder Björn Höcke? Von der Leyen war doch diejenige, die bisher der Partei die Linke angelastet hat, sich nicht vom Schießbefehl an der DDR-Mauer distanziert zu haben und schaut jetzt zu, wie die griechischen Grenzbeamten den Schießbefehl umsetzen?

Und die Linke war es doch selbst, die Wasser predigte, aber nun Wein trinkt und ihre Solidarität den Flüchtlingsfrauen an den europäischen Grenzen versagt. Und die Groko? Die hat im Bundestag in ein Paar Minuten gegen die Aufnahme von 5.000 schutzbedürftigen Flüchtlingen aus Griechenland gestimmt, die seit Jahren unter elendigen Bedingungen auf Inseln festgehalten werden.

Mit solidarischen Grüßen an die gewissenlosen abfeiernden Frauen und Männer am Weltfrauentag: Ich hoffe, ihr steht mit einem Fuß vor dem Internationalen Gerichtshof. Wer jetzt abfeiert, dabei aber andere schlecht macht, um selbst besser dazustehen, der hat nichts anderes verdient. 

Apropos Solidarität: das türkische Migrationsministerium sendete eine Grußbotschaft an alle Flüchtlingsfrauen.

 

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