Pervin Buldan von der HDP erklärt uns den Bremsweg

Pervin Buldan von der HDP erklärt uns den Bremsweg

Pervin Buldan von der HDP erklärt uns den Bremsweg

Pervin Buldan von der HDP erklärt uns den Bremsweg

Die Vorsitzende der völkisch-kurdischen HDP, Pervin Buldan, twittert, wie lange der Reaktions- und Gefahrenbremsweg war, bevor man mit dem HDP-Abgeordneten von Mardin, Tuma Çelik, an die Wand gefahren ist!

Über die technischen Details des Vergewaltigungsvorwurfs ist nicht viel bekannt. Umso mehr aber über den weiteren Verlauf des Reaktionsweges und dem anschließenden Gefahrenbremsweg.

Es beginnt damit, dass der Abgeordnete der HDP in Mardin, Tuma Çelik, vor mehr als zwei Jahren eine Frau während des Wahlkampfs vergewaltigt haben soll. Eine Frau, die einem bekannten kurdischen Großclan angehört. Damit beginnt auch die Story der HDP.

Çelik meinte wohl nach dem Gewaltakt, dass die Frau still hält. Aber dem war nicht so. Sie wollte zur Polizei, er drohte ihr und erklärte, dass er als Persönlichkeit, als gestandener Mann und als Politiker unantastbar wäre. Als die Frau nun vor einem Problem stand, lief sie laut ihrer eigenen Aussage zum Vorsitzenden der Assyrischen Föderation in Midyat, der gute Kontakte zu Tuma Çelik pflegt. Sie dachte offenbar, ein Assyrer kann einem anderen Assyrer die Schwere seines Tuns verdeutlichen.

Aber genau das Gegenteil passierte. Der Vorsitzende der Föderation drohte der Frau ebenfalls mit dem Tode, falls sie auspacke. Nun ging die Frau zu ihrer Familie und erzählte über die Vergewaltigung. Man kann sich vorstellen, was das für ein Geschrei ausgelöst haben muss.

Der Großclan wiederum ging offensichtlich auf die HDP zu, aber zunächst ohne Wirkung. Tuma Çelik selbst war zwischenzeitlich abgetaucht, was auch die assyrischen Wähler verunsicherte. Ein Assyrer aus Brüssel nahm sich dem Thema an und stieß auf weitere Vorwürfe gegen Tuma Çelik. Zudem deckte er im vergangenem Dezember 2019 die unrühmliche Rolle der HDP auf.

Lange Zeit war danach nichts mehr zu hören, weder in den Medien, noch von der HDP. Bis vergangene Woche, als herauskam, dass dem türkischen Parlamentspräsidenten ein Antrag auf Aufhebung der Immunität von Tuma Çelik vorliegt.

Nun stürzten sich die Medien über den Fall her, bis alle Details der Aussage der Frau bekannt wurden; und verdammt nochmal, die waren ziemlich heftig. Nun konnte es nicht schnell genug für die HDP gehen, die Geschichte aus der Welt zu schaffen, nach dem man es gekonnt mehrere Monate deckeln konnte.

Wo es einst noch galt, die von Tuma Çelik herein gewirtschafteten Stimmen der Assyrer und dem kurdischen Großclan aus Batman zu halten, die im vergangenen Wahljahr noch der AKP die Stange hielten, sah die Sache nun ganz anders aus.

Jetzt, wo die ganze Geschichte aufgeflogen war, erklärte Tuma Çelik seinen Rücktritt von all seinen Positionen innerhalb der HDP und seinem Mandat. Kurz darauf begann dann die HDP zu betonen, dass man Tuma Çelik hochkant rausgeschmissen habe.

Unterm Strich passierte aber folgendes. Vor mehr als zwei Jahren soll die Vergewaltigung stattgefunden haben. Nur kurze Zeit später wusste auch ein hochrangiger Funktionär und Parteianhänger der HDP über den Fall Bescheid. Dezember 2019 erstattete die Frau dann eine Strafanzeige gegen Tuma Çelik. Vergangene Woche trudelte der Antrag der Staatsanwaltschaft von Batman auf dem Tisch des türkischen Parlamentspräsidenten.

Ich weiß ja nicht, welche Rechenformel Pervin Buldan da für den Reaktions- und Gefahrenbremsweg herangezogen hat, um sich und die Partei jetzt per Twitter als herausragende Festung gegen Gewalt und sexuelle Übergriffe gegen Frauen zu bezeichnen.

Aber, es steht doch außer Frage, dass die HDP gegen ihre eigene Mauer bzw. Festung gedonnert und dabei sämtliche Sicherheitssysteme versagt haben. Da kann Pervin Buldan noch so oft nachrechnen, es ist so!

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