Mein Tagebuch über den alltäglichen Irrsinn

Mein Tagebuch über den alltäglichen Irrsinn

Mein Tagebuch über den alltäglichen Irrsinn

Mein Tagebuch über den alltäglichen Irrsinn

Nach aufeinandertreffen von völkischen Kurden und Antifa mit Türken während der Demonstrationsserien in Wien-Favoriten, fordert nun der inzwischen parteilose Efghani Dönmez zusammen mit HC Strache, dass den Islamnationalultraerdofaschisten der Stecker gezogen wird. Was man darunter zu verstehen hat, darüber rätseln die Türken im deutschsprachigen Raum selbst, zumal völkische Kurden, die Antifa, Grünen und Sozialisten mit selben Etiketten arbeiten. Die Türken sollten sich aber eins merken: ein kleiner Schritt von Dönmez ist ein großer Schritt für die FPÖ.
 

Heinz-Christian Strache bekommt Like von Efgani Dönmez

Aber Heinz-Christian Strache, der Frontmann der rechtspopulistischen FPÖ, der mit einer antisemitischen Widmung im nationalsozialistischen Stürmer von 1941 bekannt wurde, der hat die Antwort parat: Ein "One-Way-Ticket" nach Anatolien, dahin wohin diese "Geisteskinder" hingehören. Klar das dem ehemaligen Grünen und Sozialisten Efgani Dönmez das außerordentlich gefällt, spricht doch Strache das aus, was die Haustürken nicht sagen wollen oder an Mut noch fehlt. Erst in herbeigeredeten Krisenzeiten, wenn z.B. das Boot durch Dönmez voll geredet wird, erst dann wird der Charakter eines Haustürken sichtbar.

Die "Sozialantifaschistin" Derya Türk-Neubauer ist eine Schubladenfetischistin; das steht schon einmal fest. Immer wenn ich etwas unter ihrer Twitter-Timeline schreibe, lande ich in derselben Schublade: Erdogan-Fan; unabhängig davon, was ich unter ihrer Timeline schreibe. Das mit dem "One-Way-Ticket" kam von ihr zwar nicht direkt, aber vor einigen Wochen etwas Ähnliches.

HC Strache hat retweetet - Efgani Dönmez @efganidoenmez · 26. JuniMan soll also diesen Sozialisten, Demokraten, Liberalen, Grünen, Linken, Antifa und Rechtsradikalen zufolge dort hin, woher man herkomme.

Wenn man sagen würde, man komme aus der schwäbischen Residenzstadt Ludwigsburg, hieße es dann wohl, "nein, wo man geboren ist." Wenn ich dann auf Ludwigsburg hindeute, würde es heißen, "nein, guck mal wie du ausschaust." Wenn ich "gut, oder?" sagen würde, gebe es dann die Frage zum Wahlpräferenz, zur Staatsbürgerschaft, dann zur Kultur, dann zum Arbeitsverhältnis etc.. Es gebe kein Ende, denn solche Gesinnungstests sind umfangreich.

Kein gutes Ende fanden die Juden in Ludwigsburg. Außer ein paar plastischen Koffern auf dem plattgewalzten Fundament der ehemaligen Synagoge als Mahnmal, einigen Stolpersteinen vor ehemaligen jüdischen Häusern, gibt es nichts, dass an Juden noch erinnert. Erkennungsmerkmal der Juden war damals was? Der Stern, der Koffer, der ihnen an die Arme genäht oder in die Hand gedrückt wurde? 

Woran erkennt man also Islamnationalultraerdofaschistendingsbumms? Gibt es eine Schablone, eine Fibel, ein Erkennungsmerkmal wie den Kainmal?

Ich bin diesen Geistesgrößen zufolge ein Erdogan-Fan /-Troll mit über 110 kg. Gewicht, weil ich vor den türkischen Wahlen von der AKP unmengen an Nudeln erhalten habe und noch immer daran zehre, deshalb Schwangerschaftstreifen habe, an der ich mich wundkratze und die Finger dann zum Wolfsgruß erhebe.

Ich bin sogar ein "Grauer Wolf", der allabendlich im Vollmondschein laut aufheult und kurdischen Mädchen nachgeht, mordet und meuchelt oder Antifas platt macht und dann an der Hakennase kratzt, wenn die Polizei meine Daten aufnimmt. Um diese Sünden dann abzustreifen, verpasse ich keines der 5 Gebetszeiten und habe deshalb eine Wundstelle an der Stirn. Ich bin demzufolge ein Ultranationalist, ein Nationalist, ein Islamfaschist, Islamist, ein unintegrierbarer Türke, der mit einem One-Way-Ticket nach Anatolien zu den anderen Ziegenfickern abgeschoben gehört.

Ich bin zudem ein armseliger Dummkopf, der keine kulturellen Geflogenheiten im deutschsprachigen Raum kennt, kein Weltenbummler ist, daher auch in seiner eigenen Blase lebt und diesen auch mit archaischen, patriarchalischen Methoden verteidigt. Außerdem habe ich meine Frau in der Küche angekettet, die Mädchen zwangsverhüllt und die Buben zu strengen Muselmanen erzogen, die meine islamistisch-nationalistischen Werte verteidigen. Ich arbeite zudem seit meinem 15 Lebensjahr in Deutschland, bin aber gleichzeitig ein Vollzeit-Erdogan- oder Bahceli-Troll, der in diesem Zuge etliche Länder übers Internet gesehen und bereist hat, aber sein Ursprungsland Türkei über alles erhebt und verteidigt. Ich bin quasi ein typischer Erdogan-Fan, ein klassifizierter AKP-Wähler, ein "Grauer Wolf" und zudem, nicht vergessen, Strunzdumm und daher nicht als ein einzelnes Individuum zu betrachten. Damit fängt auch alles an!

Wie diese Geistesgrößen darauf kommen, ist mir eigentlich schnuppe. Aber die Methode erinnert an Zeiten die man bislang mit "Nie wieder!" in Abrede gestellt hat. Dabei sind wir wieder beim "Wieder und immer wieder!" Offenbar können solche Geistesgrößen mit meiner Anwesenheit, mit meiner Kritik nicht umgehen, mit Feststellungen und Gegendarstellungen schon gar nicht. Sie kotzt es förmlich an, dass ich die selbe Luft atme.

Am liebsten würden solche Geistesgrößen in ihrer Bubble unter sich bleiben und sich gegenseitig lobhudeln, bis sie in ihrer grauen Einheitswelt unter sich sind und das auch auf politischer Ebene bis in die Judikative und Exekutive durchsetzen. Es gibt mittlerweile mehr Bubbles als ein soziales Netzwerk, in der kommuniziert und interagiert wird. Es werden vielmehr die etablierten Zuschreibungen gefestigt und anhand dessen wird man gewogen, gemessen, klassifiziert und für nicht gut befunden, landet in der Schublade oder befindet sich plötzlich außerhalb dieser Bubbles.

Das erinnert mich inzwischen stark an koloniale Zeiten. Da hat man auch die Afrikaner importiert und in Zoo's und geselligen Runden hinter Palisaden, Gittern oder Glasscheiben ausgestellt, um sich über die eigene mentale und körperliche Stärke und Schönheit bewusst zu werden. Hatte man dann genug, schloss man sie ein oder ließ sie ausstopfen, Schrumpfköpfe daraus machen oder zur Lederherstellung heranziehen.

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