Der Wirecard-Skandal wird zum Polit-Thriller

Der Wirecard-Skandal wird zum Polit-Thriller

Der Wirecard-Skandal wird zum Polit-Thriller

Der Wirecard-Skandal wird zum Polit-Thriller

Der Wirecard-Skandal könnte sich zum deutschen Polit-Thriller entwickeln.  Die Opposition im Bundestag scheint sich auf einen Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal geeinigt zu haben.

Im Fall Wirecard geht es nicht nur um den größten Finanzbetrug der Nachkriegszeit. Insbesondere die Verwicklung von hochrangigen deutschen Politikern, Beamten und Geschäftsleuten macht den Betrugsfall ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl zu einem gefährlichen Sprengsatz für die Bundesregierung. Zudem kann der Fall schnell nach Österreich übergreifen. 

Dabei spielt der ehemalige Wirecard-Manager Jan Marsalek eine Schlüsselrolle. Marsalek wird nicht nur als Gehirn hinter Bilanzfälschung und Marktmanipulation gehandelt. Auch seine Kontakte zu Geheimdiensten werfen viele Fragen auf.

Bisher wurde diese Spur in den deutschen Medien als harmlose oder überspannte Selbstdarstellung des Österreichers behandelt. Inzwischen gibt es aber ernstzunehmende Hinweise auf eine professionelle Agententätigkeit Marsaleks. 

Marsaleks Agentenspur führt ausgerechnet nach Russland. Mit Marsalek könnte also ein russischer Spion in einem milliardenschweren börsennotierten deutschen Unternehmen in führender Position gesessen haben.

Was die Sache noch delikater macht: Unter den Wirecard-Lobbyisten waren auch der ehemalige Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Beauftragter für die Nachrichtendienste des Bundes Klaus-Dieter Fritsche und der ehemalige Wirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Fritsche und Guttenberg geben sich als ahnungslose Opfer. 

Ahnungsloses Opfer will wohl auch die Bundesregierung gewesen sein. Die Finanzaufsicht Bafin ermittelte 2019 schon monatelang gegen Wirecard. Von den Ermittlungen wurde das Finanzministerium informiert. Das Finanzministerium unter Olaf Scholz informierte wiederum das Kanzleramt. Das Kanzleramt wusste mindestens zwei Wochen vor der China-Reise im September 2019 von den Ermittlungen gegen Wirecard. Trotzdem warb Angela Merkel in China auch für Wirecard. 

***

Aus einer Quelle:

»Neue Enthüllungen des „Handelsblatts“ erhärten den Verdacht, dass der flüchtige Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek ein wichtiger Gehilfe der russischen Geheimdienste gewesen sein könnte. Wie die Zeitung am heutigen Montag berichtet, könnte Marsalek „eine Art Zahlungskurier“ gewesen sein und dafür gesorgt haben, Gelder an von Russland gesteuerte Milizen in Syrien, Libyen, der Ukraine und Afrika zu transferieren.

Dies wäre ein wichtiger Dienst für den Kreml gewesen, da Moskau offiziell bestreitet, dass die Milizen im Auftrag Russlands agieren. Die Zeitung zitiert „diplomatische Kreise“, die vermuten, dass Marsalek – sollte er diese Aufgaben tatsächlich übernommen haben – für den Kreml „besonders wertvoll“ und „ein Geheimnisträger erster Güte“ sei.

Außerdem zitiert das „Handelsblatt“ einen Bekannten Marsaleks damit, dass der flüchtige Manager damit geprahlt haben soll, dass er „für alle möglichen Geheimdienste Kreditkarten herstellt sowie Informationen über Zahlungsflüsse und zur Frage, welche Personen hinter den Transaktionen stecken, liefert“. Das russische Magazin „Versija“, welches das „Handelsblatt“ als „den Geheimdiensten nahestehend“ beschreibt, glaubt sogar, dass die Causa Marsalek für die russischen Geheimdienste „von größerer Bedeutung als die Affäre um den NSA-Überläufer Edward Snowden“ sei. (...) 

Außerdem berichten russische Medien, dass Marsalek auch wichtige Dienstleistungen für russische Geschäftsleute erbracht haben soll. Da derartige Geschäfte in Russland verboten sind, habe er für Betreiber von Onlinecasinos und Glücksspielseiten den Zahlungsverkehr über Wirecards Netzwerke geleitet.

Zentrale Drehscheibe dafür könnten Wirecards Partner in Dubai gewesen sein, die angeblich mit Abstand die höchsten Gewinne im Konzerngeflecht des zeitweiligen Dax-Konzerns erwirtschaftet haben sollen – zumindest gemäß der offiziellen, inzwischen als falsch enttarnten Geschäftszahlen bis einschließlich Frühjahr 2020. Dem „Handelsblatt“ liegen Dokumente vor, die zeigen sollen, dass Wirecards Partner in Dubai „,massenweise Glücksspiel- und Pornotransaktionen abgewickelt haben“.« 
 

German
Thema