Macht das Heiko Maas mit Absicht?

Macht das Heiko Maas mit Absicht?

Macht das Heiko Maas mit Absicht?

Macht das Heiko Maas mit Absicht?

Auch in der aktuellen Debatte um #Blacklifematters gibt es viele Stimmen. Hier einige mal zusammengefasst. Zu #Blacklifematters bringt es der sozialistische Bundesaußenminister Heiko Maas nicht über die Lippen, die hier lebenden Muslime als Opfer von Rassismus mit zu benennen.

Dass exponierter Antirassismus nicht selten mit rassistischen Motiven einhergeht, in dem man als Opfer von Rassismus nur solche Menschen und Gruppen anzuerkennen bereit ist, die in eine gepflegte Klischeevorstellung eines Opfers passen, konnte man als Phänomen bislang vor allem in der Bewegung der "Antideutschen" beobachten, die derzeit von ihren sozialistischen Genossen gehegt und gepflegt werden.

Erst letztes Jahr hatte eine Abgeordnete der Linken Bundesaußenminister Maas im Bundestag mit der Frage nach Maßnahmen gegen den zunehmenden antimuslimischen Rassismus konfrontiert. Maas`s gleichermaßen nichts, wie auch vielsagende Antwort war, dass die Bundesregierung einen Antisemitismusbeauftragten berufen habe. 

In diesem Jahr stellten die Linken in einer Großen Anfrage erneut die Frage, ob denn die Bundesregierung die Schaffung eines Beauftragten für Rassismus in all seinen Erscheinungsformen oder eine vergleichbare Stelle wie die des Antisemitismusbeauftragten auch für antimuslimischen Rassismus plane. Die lapidare Antwort lautete, keine entsprechenden Planungen vorgesehen zu haben.

Dass dieser Geist es mittlerweile ins Auswärtige Amt geschafft hat, ist sehr bedenklich, zumal das überspringen der Muslime zugleich die "Antideutschen" darin bestätigt, dass ein bestimmter Teil dieser Muslime keineswegs die Opferrolle inne haben dürfen. Wenn man die Äußerungen von Maas und Genossen sowie deren Verhalten - auch mit Blick auf die Türkei-Politik - über längere Zeiträume beobachtet, ergibt das ein recht rundes Bild. Dieser Außenminister wie die SPD insgesamt, hat ein gewichtiges Problem mit uns türkischen Muslimen; der Mehrheit der Muslime im Land.

Zuletzt durften die Türkischstämmigen Muslime das bei den als Pro- und Contra-Erdoğan-verklärten Demonstrationen in Hanau nach dem rechtsterroristischen Anschlag erleben. Allen voran die Linken, Antideutschen und die SPD versuchten sich darin, die Opfer in Kurden, Aleviten und Türken zu kategorisieren. Ein Irrwitz der Geschichte ist, dass der Hanauer-Attentäter, ja sogar die NSU keinen Unterschied machte, ob jemand Kurde, Alevite oder Türke ist. Deshalb musste ja auch ein Grieche daran glauben.

In der Causa Hanau war man wie gesagt vielmehr damit beschäftigt, die Demonstrationen als "Vereinnahmung und Instrumentalisierung durch Erdoğan" zu diffamieren; trotz heftigem Widerspruch der Veranstalter. Da wurden allen Ernstes (von der Kurdischen Gemeinde Deutschland e.V. (KGD) angestoßene) Debatten darüber geführt, warum man nicht der völkischen Identität der Opfer als (vermeintliche) Kurden Rechnung trage, was dann dazu führte, dass die Medien diese Lesart auch unwidersprochen übernahmen.

Und gegenwärtig, wo die #Blacklifematters die Charts in Europa anführen, fragt man sich als Muslim in Deutschland, woher die unermessliche Anteilnahme herrührt? Nun ja, ich weiß nicht so Recht, aber mir kommt es eher so vor, als ob sich da sehr viele von einer seicht-pathetischen Hollywood-Ästhetik und mitten in der Corona-Zeit von einem Event-Charakter angezogen fühlen, als dass es ihnen tatsächlich um die Sache selbst ginge.

In Deutschland werden tagtäglich vornehmlich türkische Moscheen geschändet, Menschen wegen ihres Glaubens und ihrer Herkunft bedroht oder gar misshandelt. Über etliche Jahre zog ein Neonazi-Netzwerk unbehelligt mordend durchs Land und wurden dabei mutmaßlich von staatlichen Stellen gedeckt, während die Medien die "Döner-Morde" verfolgten; und das alles ausgerechnet während des schwarz-roten Koalitionskabinetts. 

Die von der Politik versprochene Aufklärung mündete vor kurzem in einer juristischen Farce und die Akten in Hessen wurden für 120 Jahre weggesperrt. In deutschen Gefängnis- und Ausnüchterungszellen verbrannten fixierte Menschen angeblich durch wundersame spontane Selbstentzündung und die vielen polizeilichen Übergriffe entpuppten sich schlichtweg als Widerstand gegen die Staatsgewalt, was auch durch die mediale Berichterstattung manifestiert wurde.

Um nun tatsächlich Glaubwürdigkeit, Authentizität und Wahrhaftigkeit beanspruchen zu können, müssten die gegenwärtigen #Blacklifematters-Demonstranten dieser Tage all diese Dinge beizeiten mit mehr quittiert haben, als mit einem weitestgehend gleichgültigen Schulterzucken oder Kategorisieren der Proteste wie in Hanau. Sonst läuft man Gefahr, sich wie die US-Sheriffs zu verhalten, die vor den wütenden Massen in den US-Metropolen, sich erst im Niederknien üben und zur Schau stellen, um dann im Nachgang mit dem Knüppel noch fester drauf zu hauen.

Übrigens sind die europäischen Solidaritätsproteste für die Afroamerikaner in meinen Augen ebenfalls eine Farce. Hier wird nur der tiefsitzenden Aversion gegen die Obrigkeit der USA als Quell alles Bösen, trefflichst personifiziert im "orangenen Ungetüm" und dem Gesicht eines sadistischen weißen Polizisten mit legerer Hand in der Hosentasche, Aufmerksamkeit geschenkt, keineswegs George Floyd.

Und wenn dann der "weiße Obama aus Canada", Justin Trudeau, mit ganz großem Gestus niederkniet, so dass jede 25-jährige Soziologie-Studentin der HU Freiburg oder Wuppertal feucht im Schritt wird, dann zeigt das nur, dass letztlich (wohlstandsverwahrloste) Narzissten, die sich selbst zelebrieren, per "Fernwartung" dazu imstande sind.

Das erinnert aber auch an Pop-Ästhetik, die ja seither sehr maßgeblich von den USA beeinflusst wird. Es gibt einen klaren und personifizierten Dualismus zwischen Gut und Böse, pathetische Gesten, Narrative des kollektiven Aufbäumens gegen Unrecht werden bedient. Die Ikonographie ist durch und durch von dieser Pop-Ästhetik geprägt. Nichts davon ist echt, nichts ist authentisch. Es ist so, als würde man selber Teil eines Drehbuchs sein, in dem der Mythos der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung auflebt. Mit solch schillernden Erzählungen kann ein Mehmet Simsek - beschnäuzter Blumenhändler, Vorstandsmitglied im lokalen türkischen DITIB-Verein - nun mal nicht mithalten. Die Selektion derer, die man als Opfer anerkennt und einer Solidarisierung für würdig erachtet, ist aber selber zutiefst rassistisch.

Wieso nehmen wir z.B. so viel Anteil an 9/11 aber nicht am Schicksal von 1 Million Irakern, die daraufhin umkamen? Wieso schauen wir uns Filme über den Vietnam-Krieg als Antikriegsfilme an und erkennen nicht, dass sie zutiefst rassistisch sind? Wieso müssen sich deutsche Regisseure erst seit Me too vor dem Vorwurf in Acht nehmen, selbstherrlich und übergriffig zu sein?

Mit anderen Worten: Hierzulande erhält jeder beliebige Diskurs viel größere Beachtung, wenn er in der medialen Leitnation der Welt zufällig auch im Trend ist. Das ist vielfach unabhängig davon, ob man Amerikagegner oder -befürworter ist. Das Wort eines amerikanischen Aktivisten verleiht einem eher antiamerikanisch eingestellten Linken mehr Mobilisierungskraft als ein Meinungsführer aus Palästina.

Man lebt also in einer parallelen amerikanisch-geprägten Medienwelt. Man schaut zuerst oder zumindest auch immer nach New York, San Francisco oder Los Angeles. Die Popästhetik ist ein gewichtiger Teil davon: Keine Globalisierung der 68er ohne 'When you're going to San Francisco'-Sentimentalität, selbst nicht im digitalen Zeitalter. Die Glokalisierung benötigt immer auch einen medialen Push aus den USA. Das gilt übrigens für alle, die sich für im Westen verortet halten und zwischen Rejkjavik und Hakkari leben. Die Deutschen mit ihrer amerikanischen Nachkriegsprägung sind hierin nur ein besonderer Fall.

Auch während der Amtszeit von Obama gab es in den USA mehrmals massive und auch langandauernde Proteste und Ausschreitungen wegen der Morde an Afroamerikanern und Polizeigewalt - nach der Ermordung von Michael Brown in Ferguson, Eric Garner in New York usw.; die Liste liest sich endlos lang.
Es gab ebenfalls Aufzeichnungen darüber, die in den Medien verfügbar waren, und auch Garner wurde fast auf die gleiche Weise wie George Floyd ermordet und starb ebenfalls mit den Worten „I can’t breathe” auf den Lippen.

Nach den Ausschreitungen in Ferguson wurde die Nationalgarde nicht nur angedroht, sondern auch tatsächlich entsendet. Es wurde auch ausführlich darüber berichtet, kam aber zu keinen so großen Solidaritätsdemonstrationen europaweit. Erst seit Trump Präsident ist, entdeckt Deutschland und auch generell Europa ihre Sympathie für die Blacklifematter-Bewegung und die Menschen gehen tatsächlich auf die Straße. Dabei existiert die Bewegung bereits seit 2013 und ist seit 2014 in allen Schlagzeilen.

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