Kompromiss: Türkei, Iran, Irak, Syrien werden geteilt

Kompromiss: Türkei, Iran, Irak, Syrien werden geteilt

Helin Evrim Sommer in Twitter über Kurdkon2020

Helin Evrim Sommer in Twitter über Kurdkon2020

Noch deutlicher konnte kein deutscher Teilnehmer der Konferenz zur Lösung der sogenannten "kurdischen Frage" im Nahen Osten sein: "Kurden haben das Recht für Ihre Unabhängigkeit zu kämpfen..." sagte Ali Ertan Toprak während der "Kurdkon2020", die am vergangenen Wochenende im Bundestag von der Fraktion DIE LINKE und der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) ausgerichtet wurde.

Da beruhigt es einen ungemein, wenn ausgerechnet Hemin Hawrami, stellvertretender Sprecher des Parlaments der Autonomen Region Kurdistan im Irak und Mitglied der Demokratische Partei Kurdistans (PDK), etwas von Unabhängigkeitsreferendum faselt, die bereits einmal gescheitert sei, aber erneut in Angriff genommen werden müsse.

Wer nun ernsthaft meint, die "Kurden" - wie man sie im Sinne dieser völkischen Nationalisten in der Kurdkon2020 verstehen muss - würden ja nur Ihre Rechte für mehr Demokratie und Freiheit in den jeweiligen Ländern einfordern, der kann sicherlich am Beispiel der kurdischen Autonomie im Irak erklären, weshalb man dann noch so begierlich auf ein Unabhängigkeitsreferendum aus ist.

Wenn völkisch-nationalistische Politiker wie Mithat Sancar von der in der Türkei beheimateten HDP an der Konferenz in Berlin teilnehmen, dann doch nur, um gemeinsam einen Weg zu finden, in den besagten Ländern unabhängige "kurdische" Staaten zu errichten.

Da das aber nicht mit der Hauruck-Methode geht, werden erst mehr Freiheiten, dann Autonomie gefordert und bei Bedarf auch auf Terror gesetzt. Ist erst einmal eine Autonomie errichtet, werden Oppositionelle verfolgt, die mit der bestehenden Autonomie zufrieden sind und einer Unabhängigkeit nichts abgewinnen können, wie es derzeit im Nordirak zugeht.

Ob das dann mit der Auslassung von Ali Ertan Toprak, "Der Vorwurf, kurdische Parteien seien nicht demokratisch genug, sei absurd, weil die Bundesregierung reihenweise undemokratische Staaten als Partner hat" relativiert wird, steht außer Frage; es ist gar zynisch. Toprak befürwortet eine undemokratische Lösung, denn eine Opposition wie in Syrien oder in der Autonomen Region Kurdistan im Irak in Form der PUK (Patriotischen Union Kurdistans), hatte bislang gar nichts zu lachen.

Es erübrigt sich daher auch die Frage zu stellen, ob die "kurdische" Opposition dieser Länder mit am Tisch saßen. Sie waren in Berlin nicht eingeladen. Demokratie, wie sie Ali Ertan Toprak kolportiert, ist etwas anderes. Das Treiben im Bundestag war und ist schlichtweg antidemokratisch!

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