Das Dislike-Phänomen des Youtube Kanals von Erdogan

Das Dislike-Phänomen des Youtube Kanals von Erdogan

Das Dislike-Phänomen des Youtube Kanals von Erdogan

Das Dislike-Phänomen des Youtube Kanals von Erdogan

Am vergangenem Freitag sprach in einer Live-Videokonferenz auf Youtube der türkische Staatspräsident Erdogan mit Schülern über die bevorstehende Hochschulzugangsprüfung (YKS). Der Youtube-Kanal des Staatspräsidenten wurde vor der Live-Schaltung von rund 80.000 Abonnementen verfolgt. 

Als die Live-Videokonferenz begann, konnte man auch Live mitverfolgen, wie die "Likes" und Dislikes" in die Höhe schnellten. Vor allem das "Dislike" stieg auf Anhieb über die Views hinaus - also die Anzahl der Betrachtung der Videokonferenz selbst, auch wenn man die Zahl der Likes miteinbezog. Die Diskrepanz wirft natürlich fragen auf. Laut dem Chefredakteur der Hürriyet, ist das ein Indiz dafür, dass die Dislikes kontrolliert und direkt abgegeben wurden, sprich manipulativ waren.

Im Netz gibt es Dienstleistungsanbieter, die für entsprechendes Geld präzise und auf Zeit eine georderte Anzahl von Likes oder Dislikes setzen können. Damit kaufen sich unter anderem Influencer, Rapper oder Interessensvertreter die nötige Aufmerksamkeit in irgend einem sozialen Netzwerk oder Videoportal.

Auch hier wurde meines Erachtens eine Kampagne gestartet, um die Abonnementen moralisch herunter zu ziehen, die Live-Videokonferenz in ein negatives Licht zu rücken. Das hatte auf den ersten Blick auch Erfolg. Nach nur wenigen Minuten schaltete der Youtube-Kanal die Kommentarfunktion ab, ohne aber der Likes und Dislikes habhaft zu werden. Die wurden weiterhin gezählt. Zum Schluss der Live-Videokonferenz stand es 1 zu 3 für Dislike.

Im Ergebnis war diese Dislike-Kampagne aber ein Desaster. Durch die Dislikes und der anschließend in sozialen Netzwerken losgetretenen Shitstorm unter dem Hashtag #OyMoyYok gegen die Live-Videokonferenz, wurde dem Youtube-Kanal von Erdogan noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Auf Youtube katapultierte dass den Live-Stream schlagartig in die Trends. Und noch etwas passierte. Von anfangs 80.000, stieg die Anzahl der Abonnementen auf nunmehr über 140.000.

Die Bilanz dieser desaströsen Kampagne, die mutmaßlich vom oppositionellen Lager angestoßen wurde? Verheerend! Jede Planung von solchen Aktionen birgt auch Risiken, denn im Ergebnis kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, die man nicht beabsichtigt hatte. Und das ist in diesem Fall eingetreten.

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