Can Dündar als Leumund der Bundesregierung

Can Dündar als Leumund der Bundesregierung

Can Dündar - So hat die Türkei die deutschen Touristen verloren

Can Dündar - So hat die Türkei die deutschen Touristen verloren

In der ZEIT-Online erklärt Can Dündar, der ehemalige Chefredakteur der türkischen Tageszeitung "Cumhuriyet", wie die Türkei die deutschen Touristen verloren habe. Dabei tritt er fast schon als Leumund für den Bundesaußenminister Heiko Maas auf.

Erstaunlich, dass ein mutmaßlicher Fakenews-Berichterstatter wie Can Dündar, sich auch noch als Reisewarner verdingen kann. ZEIT-Online sieht es wohl nicht so eng, wenn ein gestandener Chefredakteur in großen Lettern erst von Waffenlieferungen der Türkei an IS spricht, dann im Exil klein beigibt, dass die Waffenlieferungen an oppositionelle moderate syrische Rebellen gingen.

Erstaunlich auch, dass sich ein Exilant jetzt sorgen um deutsche Touristen macht, die mit dem Gedanken spielen, doch noch in die Türkei zu fliegen. Ist es nicht vielmehr so, dass Dündar ziemlich stinkig auf die Türkei ist, weil seine eigene Sommerresidenz in Bodrum womöglich unter den Hammer kommt?

Es passt vorne und hinten nicht, was Can Dündar da von sich gibt und tut. Er quatscht etwas von Korruption und Naturschutz, verleibt sich aber selbst illegal Wald- und Flurstücke, um seine Sommerresidenz auszubauen. Er quasselt etwas von Lügen und Propaganda, hat es aber selbst faustdick hinter den Ohren. Er verteidigt die Menschenrechte, spricht aber den Deutschen regelrecht die Reisefreiheit ab. Er will ein Sonnenschein sein, hat sich aber als Inkarnation des Bösen herausgestellt, wovor sogar damals der ehemalige Chefredakteur der Cumhuriyet İlhan Selçuk warnte.

Die Türkei muss diesen Can Dündar nicht habhaft werden, um ihn abzustrafen, wenn doch sein gesamtes Hab und Gut in der Türkei ist. Er wird irgendwann zurückkommen und sich der Gerechtigkeit stellen müssen oder sich damit abfinden, dass der türkische Rechtsstaat sich seiner Sommerresidenz annimmt. Das muss einen ziemlich wurmen, nicht wahr?

Es wurmt so ziemlich viele dieser sogenannten Kritiker, dass sie als Türkischstämmige oder "Türkeiische" nicht frei einreisen können, wenn sie zuvor den Mund arg voll genommen haben. Wer beleidigt, Verwünschungen ausspricht, Gewalttaten ankündigt, ja sogar Terrorismus verherrlicht, der hat es auf der ganzen Welt nicht leicht. Cem Özdemir kann doch selbst ein Lied davon singen, wie er eins ums andere Mal solche Burschen vor Gericht zitieren ließ. Das Lernen diese Pappenheimer aber auch noch, bzw. haben es ja bereits, sonst wären sie mit demselben Maul in ihrem Exilland längst gemaulkorbt worden. Sie Wissen also sehr genau, was sie als deutscher und türkischer Staatsbürger im jeweiligen Land sagen dürfen und nicht dürfen.

Im ernst, Can Dündar kann doch noch so unterstreichen, wie schlimm es um die Türkei und deren Tourismus steht. Es kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gesamte Tourismusbranche in Europa wie in der Türkei aus dem letzten Loch pfeift.

Wenn ein Urlauber aus welchen Gründen auch immer nicht in die Türkei fliegen will, dann fliegt er erst recht nicht in ein anderes europäisches Land. Das Geld liegt sowieso nicht mehr so locker wie 2019, erst recht während dieser Corona-Krise. Kurzarbeit, Stellenabbau, Standortverlagerungen, all das wird die deutsche Wirtschaft sowieso nachhaltig treffen, vor allem die deutsche Reisebranche selbst. Dündar sollte sich eher Sorgen darüber machen, wie lange die deutsche Bundesregierung die besorgte Bevölkerung unter Kontrolle halten kann.

Die türkische Regierung hat seit Jahren mit der deutschen Bundesregierung zu tun. Bereits im März 2017 riefen deutsche Politiker zum Boykott gegenüber der Türkei auf. 2018 und 2019 war es nicht anders. Die aktuelle Reisewarnung ist doch nur die Fortsetzung der Boykottmaßnahmen von 2017 und die trifft insbesondere jene Regionen in der Türkei, die in der Hand der Opposition sind.

Dreimal darf man raten, wer unter diesen Bedingungen am längeren Hebel sitzt. Erdogan oder die Republikanische Volkspartei CHP? Wenn die türkische Tourismusbranche auch dieses Jahr mit mageren Besucherzahlen rechnen muss - und das tut sie inzwischen, dann richten sich die Blicke zuallererst auf die Opposition, die kein Mittel hat, das zu ändern. Erdogan wird aber erneut Milliarden auf den Tisch legen und die Branche für sich gewinnen. Genug Geld hat der Mann, schließlich gibt es einen Staatsfonds, eine regelrechte Geldmaschinerie, mit der Erdogan die Löcher nach Belieben stopfen kann. Dieser Staatsfonds ist inzwischen bekannter als all die Staatsfonds anderer Länder, weil sie auch die Aufmerksamkeit der westlichen Journalisten geweckt haben.

Zudem, Dündar's Vorhersagen über die Türkei trafen bislang nicht ein, weder beim Referendum, noch bei der Präsidentschaftswahl. Wieso sollte es jetzt anders sein?

Es ist also völlig egal, was dem deutschen Reisenden dieses Jahr von wem auch immer, etwas vorgeschlagen wird. Alternativ gebe es meine Reiseratschläge. Der Hit wäre doch, eine Woche Individualreise nach Jinwar in Nordsyrien zu buchen, um sich von völkisch-kurdischen Frauen in einer "internationalisierten Dorfkommune" in "Rojava" mit Bio-Zertifikat verköstigen und in einer Lehmhütte betten zu lassen. Außerdem wird man von Kalaschnikow-Amazonen rundum versorgt und kann sich des Lebens sicher sein. Es ist nämlich die letzte "Demokratie" in der Region überhaupt; vom Auswärtigen Amt erhält es demnächst das Gütesiegel.

Gerne darf man auch eine Woche Abenteuerurlaub auf Lampedusa oder Lesbos buchen, um sich dort hautnah mit den europäischen Werten zu identifizieren. Als Gast erhält jeder auch die Möglichkeit, sich am Strand frei zu bewegen und Strandgut aus Afrika oder Syrien zu ergattern. Vielleicht reist man als Planer aber auch nach Katalonien, um die inhaftierten Separatisten hinter einem Schaufenster bei einem Staatsschutzprozess zu beobachten.

Diejenigen die so gerne in die Türkei reisen würden, aber aus strafrechtlichen Gründen nicht können, haben die Möglichkeit, einmal in ein türkisches Konsulat oder Botschaft reinzukommen und türkisches Territorium zu betreten und türkisches Feeling zu spüren; mehr gibt es aber nicht. Wer mehr will, sollte Recht und Gesetz kennenlernen und sich entsprechend verhalten, sprich, seinen Bockmist anständig aus der Welt räumen, Verantwortung übernehmen. Von Can Dündar kann man das nicht erwarten; deshalb rotiert ja er gerade.

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