Koreakrieg - Türken sind Offensiv

Koreakrieg - Türken sind Offensiv

Koreakrieg - Türken sind Offensiv

Koreakrieg - Türken sind Offensiv

"Ein Türke meldet sich anscheinend erst zum Verbandsplatz, wenn er mindestens drei Wunden hat" erzählt ein amerikanischer Truppenarzt, nach dem die erste Welle abgewehrt wird.

Andere US-Offiziere erzählen in Zusammenhang mit dem Koreakrieg, die türkischen Soldaten suchten die Offensive, hielten von einer Defensive nichts. Sie hätten Ihr Können nach dem Ersten Weltkrieg erneut unter Beweis gestellt.

Der Koreakrieg, die erste durch die Vereinigten Staaten und der damals jungen Vereinten Nationen geführte gemeinsame Feldzug gegen den Vormarsch des "Kommunismus" in Korea. Bilanz dieses Krieges der zwischen dem 25. Juni 1950 und 27. Juli 1953 tobte: mehr als 3 Millionen zivile Opfer. 40.000 UN-Soldaten, je nach Schätzungen zwischen 180.000 und 400.000 chinesische, 500.000 koreanische Soldaten. Unter UN-Mandat 741 Gefallene türkische Soldaten, wovon 462 auf dem UN-Soldatenfriedhof in Busan ihre letzte Ruhe fanden. Insgesamt wurden an die 15.000 türkische Soldaten in diesen 3 Jahren eingesetzt. 2.068 Verletzte wurden über Busan in die Türkei überführt.

Insgesamt nahmen an dem Krieg 22 Nationen teil, die entweder Truppen, Waffen oder medizinische Geräte entsendeten. 16 Länder unterschrieben die UN-Resolution, in der eine Entsendung von Truppen zum Schutz Südkoreas vor der nordkoreanischen Expansion vereinbart wurde. Unter den ersten, die eine große Anzahl an Soldaten zur Verfügung stellten, befand sich die Türkei mit einer Brigadestärke. Das erste türkische Kontingent landete in Südkorea am 19. Oktober 1950 in der Hafenstadt Busan, südöstlich von Südkorea. Sie hatten eine 24-tägige Schiffsreise hinter sich, nach dem sie in der türkischen Hafenstadt Iskenderun für den 2-jährigen Dienst nach der offiziellen Wehrpflicht verpflichtet wurden. Bis Herbst 1971 blieben einige Hundert Soldaten in Südkorea stationiert.

Für den Koreakrieg wurde die 1. Infanterie-Brigade unter der Führung des Generals Tahsin Yazici, der 8. US-Armee unterstellt und entsendet. Yazici hatte bereits im Ersten Weltkrieg als Offizier gedient und nahm dann unter der Führung Mustafa Kemal Pascha am Befreiungskrieg der Türken teil. Kurz nach seiner Beförderung zum Brigadegeneral im Jahre 1949 rückte Tahsin Yazici mit insgesamt über 5.000 Mann aus Iskenderun aus, um unter der Militärführung der US-Streitkräfte die UN-Resolution durchzusetzen. Die Brigade selbst bestand aus drei Bataillonen, angeführt durch Major Imadettin Kuranel, Major Mithat Ulunu und Major Lütfü Bilgin. Die Brigade wurde mit einer Artillerie-Einheiten ergänzt, hatte ausserdem eine Pionier-Einheit und war die einzige Kampfeinheit, die der 8. US-Armee  (9. US-Division > 25. Infanterie-Korps) direkt unterstand.

Die mehr als 5.000 Männer der türkischen Brigade wurden danach in das UN-Auffanglager vor den Toren von Taegu einquartiert. Der Großteil der Soldaten bestand aus Männern, die aus kleinen Städten und Dörfern der östlichen Türkei stammten. Für diese freiwillige Offiziere und Freiwilligen Soldaten, die gerade ihren Wehrdienst abgeschlossen hatten und sich nun für weitere 2 Jahre verpflicheteten, war es das erstem mal, dass sie ihre Heimat überhaupt verließen. Große sprachliche, kulturelle und religiöse Unterschiede sollten zwischen den türkischen und amerikanischen Soldaten immer wieder zu Kommunikationsschwierigkeiten führen. Diese Schwierigkeiten konnten auch unter der Kommando-Ebene nicht gänzlich gelöst werden. Brigadegeneral Yazici selbst hatte mangelnde Sprachkenntnisse, weshalb es immer wieder zu Missverständnissen in der Truppenstationierung, Truppenverlegung oder beim Truppenrückzug mit dem Oberkommando kam. Letztendlich sollten aber die Missverständnisse zu einem der spektakulärsten Kriegsereignisse führen.

Die US-Befehlshaber wurden aber auch mit anderen Problemen konfrontiert, darunter wie gesagt die grundlegende Kommunikationsbarriere, die Anforderungen der türkischen Soldaten, wie der Verbot von Schweinefleisch oder die Zusammensetzung der Rationen selbst. Während die US-GI´s mit Weißbrot der lockeren und leichten Art verköstigt wurden, waren die türkischen Soldaten an schwere Brotsorten gewöhnt, tranken starken gesüßten Kaffee, weshalb ein japanischer Lebensmittelchemiker damit beauftragt wurde, die Rationen für die Türken neu zusammenzustellen. Einige Monate später wurden die Rationen, die Kleidung, die Bewaffnung der türkischen Soldaten nahezu an ihre Gewohnheiten angepasst.

Noch bevor die türkischen Soldaten an die Front beordert wurden, hatten sie einen Ruf, der ihnen auf den ersten Blick vorauseilte. Die markanten Gesichtszüge, der fließende starke Schnurrbart, Langmesser, ihr Ruf im Ersten Weltkrieg und Befreiungskrieg als Kämpfernatur, ihre offensive Art des Kampfes, diese Attribute zogen Kriegsberichterstatter aus aller Herren Länder magisch an. Keine andere unter UN-Mandat angekommene militärische Einheit hatte als Bewaffnung ein Langmesser oder ein Bajonett das man auf die Mündung des Gewehrs steckte. Ihr Stärke sollten in diesen Bajonetten und Langmessern liegen, die sie im Nahkampf erfolgreich einsetzen konnten.

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